
- DOMINIK CASTILLO
- Tel. 0931 2791-751
- dominik.castillo@haufe.de
Unternehmerisch handeln: Wie HR die KI-Transformation gestalten kann. Diese Fragestellung war das zentrale Thema der zweiten HR-Online-Konferenz, die Mitte Juni stattfand. Es gab nicht nur spannende Fach-Diskussionen, sondern auch inspirierende Masterclasses aus der alltäglichen Unternehmenspraxis.
1. Juli 2026

Bereits zum zweiten Mal fand die Online-Veranstaltung von Haufe und dem “Personalmagazin”
am 11. und 12. Juni statt. Unter dem Motto „Unternehmerisch handeln: Wie HR die KI-Transformation gestalten kann“ waren rund 5.000 Teilnehmer virtuell dabei, als renommierte Experten darüber diskutierten, wie die Zukunft der Arbeitswelt angesichts der aktuellen tiefgreifenden Transformationsprozesse wohl aussehen wird. Im Mittelpunkt standen Themen wie:
Alle nachfolgenden Vorträge wurden aufgezeichnet. Die Titel verlinken zur Aufzeichnung. Schauen Sie gerne rein!
Lohnt sich Leistung überhaupt noch?
Darüber diskutierten Soziologe Prof. Dr. Steffen Mau und Reiner Straub, Herausgeber des „Personalmagazins“. Eine klare Antwort auf diese Frage gab es nicht, denn die Studienlage sei alles andere als eindeutig: 70 Prozent der Menschen seien der Meinung, harte Arbeit bringe sie weiter voran. Zugleich sagten dieselben Personen, gute Kontakte seien karriererelevant (50 Prozent).
Andere Umfragen kämen zum Ergebnis, die familiäre Herkunft sei entscheidend (30 bis 40 Prozent). Darauf muss sich HR einstellen.
Brauchen wir eine ausgeprägtere Gewinnermentalität?
Unbedingt! Diese Meinung vertrat Britta Seeger, Vorstandsmitglied der Mercedes-Benz Group. Sie berichtete im Gespräch mit „Personalmagazin“-Chefredakteur Matthias Haller über das Programm „Next Level Performance“ und das darin verankerten Konzept der „Winning Attitude“. Bei Mercedes-Benz stehe die Gewinnerkultur nicht im Widerspruch zum Purpose. Denn es sei das Team, das gemeinsam gewinne.
Wo steht das Entgelttransparenzgesetz?
Die beiden Fachanwälte Dr. Michaela Felisiak und Dr. Dominik Sorber brachten die Teilnehmer auf den aktuellen Stand, was die EU-Entgelttransparenzrichtlinie betrifft. Deren Frist zur Umsetzung in deutsches Recht war kurz zuvor abgelaufen – ohne vorliegenden Gesetzentwurf. Von ihrer Pflicht entbinde dies insbesondere öffentliche Arbeitgeber jedoch nicht. Dementsprechend seien auch Unternehmen der Privatwirtschaft gut beraten, die Vorgaben zeitnah umzusetzen. Andernfalls drohten bald Bußgelder.
Wie ist es um den Sozialstaat bestellt?
Eher schlecht, wie Ökonom Prof. Dr. Andreas Peichl ausführte. Im Vergleich zu 2018 seien die Sozialausgaben um 90 Milliarden Euro gestiegen – mit direkten Auswirkungen auf HR, denn jede Reform der Sozialversicherungssysteme schlage sich früher oder später in Lohnnebenkosten und Personalplanung nieder. Das mache die Sozialversicherungssysteme zu einem strategischen Planungsfaktor für HR.
Ist Unternehmenskultur in Krisenzeiten ein Luxus- oder Überlebensthema?
Diese Frage erörterten Wirtschaftspsychologe Prof. Dr. Carsten C. Schermuly, Geschäftsführer der Beutlhauser-Gruppe Oliver Sowa, Haufe-Geschäftsführerin Iris Bode und Kristina Enderle da Silva, Chefredakteurin von „Personalmagazin neues lernen“. Die einhellige Meinung: Wenn Produkte und Services vergleichbar und austauschbar seien, machten Unternehmenskultur und Haltung den Unterschied. Kultur entscheide – neben anderen Faktoren – über die Anpassungsfähigkeit und damit das Überleben von Organisationen.
Wer gestaltet die KI-Transformation?
Ob wir für die KI-Transformation bereit sind und wer sie gestalten sollte, war Kern der Diskussion mit Prof. Dr. Katharina Hölzle, Leiterin des Fraunhofer IAO. Die Antwort: Viele seien bereit, andere hingegen nicht, weil die Veränderungen tiefgreifend seien. Was Hölzle jedoch mit Sicherheit wusste: HR könne die Transformation zwar nicht allein stemmen, solle aber aktive Rolle spielen, damit Deutschland seine Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsfreude nicht verliere.
LESETIPP: Den ausführlichen Nachbericht gibt es hier zum Nachlesen.
Dort können Sie sich auch die Aufzeichnungen aller Gespräche anschauen.
Masterclasses aus der Unternehmenspraxis
Alle Vorträge und Diskussionen verband dabei eine zentrale Leitfrage: Wie kann HR den Wandel erfolgreich gestalten? Praktische Antworten und spannende Impulse gab es in zahlreichen Masterclasses am zweiten Veranstaltungstag, unter anderem von:
Zur Masterclass von Personio
„Von Skepsis zu Adoption: HR-Playbook für KI-Einführung im Unternehmen“ lautete das Thema der Masterclass, durch welche die KI-Expertin und Tech-Managerin Mina Saidze führte. Ihrer Meinung nach sei die KI-Einführung ein HR-Thema, das Personalabteilungen erlaube, sich als Transformationstreiber strategisch zu positionieren.
Zur Masterclass von Effectory
„Frühe Feedbacksignale als Führungsinstrument in der Transformation“. Darum ging es in der Masterclass von Nico Branitsch. Seine These: Die meisten Unternehmen können mit der Geschwindigkeit der Transformation nicht mithalten; Strategie und Realität driften auseinander. Darum müsse HR eine Art Früherkennungsebene aufbauen, um mehr über das Innenleben von Teams zu erfahren und reagieren zu können.

Zur Masterclass von Atoss
Julian Otto und Boris Baginski erklärten, wie KI die nächste Stufe des Workforce Managements ermöglicht. Workforce Intelligence bedeute, mithilfe von KI eine neue Qualität der Arbeitsorganisation zu schaffen. Dies mache das Personalmanagement zu einem strategischen Steuerungsinstrument.
Melden Sie Ihre Masterclass für 2027 schon jetzt an!
Sie wollen im nächsten Jahr mit einer exklusiven Masterclass auf der HR Online-Konferenz vertreten sein? Das sind Ihre Vorteile:
Praxisnah: Geben Sie potenziellen Kunden anhand Ihrer Use Cases oder Produktlösungen wertvolle Tipps für die Unternehmenspraxis.
Zielgruppenspezifisch: Treten Sie in Kontakt zu Ihrer Zielgruppe, die offen für konkrete Hilfestellung ist.
Reichweitenstark: Weil die Teilnahme für Besucher kostenlos ist, dürfen Sie sich auf rege Beteiligung freuen.
Interaktiv: Tauschen Sie sich mit den Teilnehmenden aus und erfahren Sie mehr über deren aktuelle Herausforderungen.
Vertrieblich: Gewinnen Sie Leads und nutzen Sie Ihre Chance, neue Kunden zu gewinnen.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter.